Im Januar 2008 hat Tanja exklusiv für uns einen ganz besonderen Hunde-Schutzengel entworfen. Wie Ihr in diesem Kapitel nachlesen könnt, haben wir den mit unseren Eskapaden schon ganz schön strapaziert. Ein Klick auf das Bild bringt Euch zu Tanjas Homepage.

 

 

Winter 2002 - Der erste Fluchtversuch

Am späten Nachmittag - es ist schon dunkel - öffnet Dagmar die Haustür einen Spalt, um nach der Post zu sehen. Diese günstige Gelegenheit muß ich nutzen: Schwupps - flutsche ich durch ihre Beine hindurch nach draußen. Dort gehen gerade zwei Menschen vorbei, ein großer und ein kleiner. Der kleine riecht so interessant nach Hund, da werde ich ganz neugierig. Dagmar ruft und lockt mich zwar, damit ich wieder ins Haus komme, aber ich stelle mich taub und hefte mich dem Kind an die Fersen. Oma und Enkel bemerken mich in der Dunkelheit gar nicht, weil ich mich ja von hinten angeschlichen habe, und sind ganz überrascht, als plötzlich Dagmar neben ihnen auftaucht und mich auf den Arm nimmt. Na gut, die Flucht ist mißglückt und der Kurztrip war reichlich kurz. Wobei: so richtig abhauen wollte ich ja gar nicht, ist mir viel zu aufregend draußen in der großen Welt.

Nachtrag 2010
Seit einigen Jahren ist auch der Vorgarten eingezäunt, um jeden weiteren Fluchtversuch zu unterbinden.

 

Mai 2003 - Besuch bei der Tante

Wir sind zum  Mittagessen bei der Tante eingeladen. Es ist wunderbares Sommerwetter, ich darf in Tantes Garten toben. Im Nachbargarten ist Bella, die ihrem Namen alle Ehre macht: eine wunderschöne, große, schwarze Hündin, die einen Heidenspaß daran hat, mit mir am Zaun entlang zu rennen. Leider muß sie nach einer Weile ins Haus zurück.

Mir wird langweilig, keiner kümmert sich um mich, meine Menschen sind mit Essen beschäftigt - ohne mir was abzugeben. Unverschämtheit! Nagut, dann vertreibe ich mit die Zeit eben auf meine Weise und erkunde erstmal eingehend die für mich fremde Umgebung. Hm, dieses Gartentor ist besonders interessant, wohin das wohl führen mag? Ob ich wohl durch die Gitterstäbe passe? Ich versuch’s einfach mal - es klappt! Hier riecht es viel aufregender als im Garten, und da drüben erst, und in der Ecke da hinten...

Hm, jetzt wird mir allmählich aber doch mulmig - wo bin ich hier? Alles ist plötzlich so fremd und meine Leute sind auch nirgendwo zu sehen. Das finde ich jetzt aber gar nicht lustig! Ich glaube, ich habe mich im Eifer des Gefechts verlaufen. HILFE!!!

Ich habe keine Ahnung, wo ich bin und wie lange ich nun schon umherlaufe. Aber da naht Rettung - Dagmar hat mich endlich gefunden! Nein, sie ist es gar nicht. Eine fremde Frau kommt auf mich zu, ruft mich, will mich festhalten. Inzwischen bin ich so verwirrt, daß ich nicht weiß, was ich tun soll: Ihr vertrauen oder lieber wegrennen? Schließlich fängt sie mich doch ein, meine Angst steigert sich ins Unerträgliche. Zum Glück habe ich den Adressenanhänger am Halsband, so daß meine Retterin weiß, wo sie mich hinbringen kann. Leider sind Dagmar und Franz Josef nicht zuhause - sie suchen immer noch nach mir. Also deponiert die fremde Frau mich bei unseren Nachbarn. Obwohl alle sehr lieb zu mir sind, kann ich mich nicht beruhigen. Wo bin ich denn jetzt schon wieder gelandet - wo sind meine Menschen!?

Endlich, nach einer halben Ewigkeit, kommt Dagmar und bringt mich wieder nach Hause. Aber wir sind alle so aufgeregt, daß es eine ganze Weile dauert, bis wieder Ruhe einkehrt.

Nach ein paar Tagen stellt sich heraus, daß ich von meinem “Sonntagsausflug” ein Andenken mitgebracht habe: FLÖHE!!! Zum Glück können wir denen schnell den Garaus bereiten.

Leider hat in der ganzen Hektik niemand daran gedacht, Name und Adresse meiner Retterin zu notieren, so daß wir uns nicht einmal persönlich bei ihr bedanken können. Dagmar hat stattdessen eine Anzeige in unserem “Dorfblatt” aufgegeben. Wir hoffen, sie hat es gelesen.

 

20.05.2003 - Kurz aber gefährlich

Tja, manch einer wird auch aus Schaden nicht klug: Wieder einmal übermannt mich die Abenteuerlust und ich wage einen Ausflug in die Umgebung von Dagmars Arbeitsstätte. Diesmal aber ist sie schnell zur Stelle und die Reise nach ca. 100 m wieder beendet. Allerdings war es ein gefährlicher Ausflug, weil ich über die doch recht stark befahrene Straße gelaufen bin. Glücklicherweise ist nichts passiert...

 

04.01.2006 - Der Kohlenhändler

Gegen Mittag kommt der Kohlenhändler. Als er endlich wieder verschwunden ist, geht Dagmar mit Bonnie und mir zum Beine-Vertreten in den Garten. Während sie sich mit der Nachbarin unterhält, wird uns langweilig. Doch plötzlich ist die Langeweile verflogen: der Kohlenhändler hat vergessen, das Gartentor zu schließen! Also nix wie raus in die Freiheit - juchhuuuuu!!! Aber schon nach wenigen Metern, am Ende des Gartenweges, der auf die Straße führt, verläßt uns die Lust auf Abenteuer. Ohne unsere Leute am Ende der sicheren Leine wirkt die Straße doch recht bedrohlich, groß, laut und stinkend. Ich will so schnell wie möglich wieder nach Hause, laufe am Vorgartenzaun entlang - finde aber den Eingang nicht, weil dieses Gartentor verschlossen ist. Bonnie ist so verwirrt, daß sie in die entgegengesetzte Richtung über die Straße läuft.

Zum Glück steht Franz Josef gerade am Küchenfenster und sieht mich. Nachdem sich seine erste Verwunderung gelegt hat, geht es ganz schnell: Er läßt mich ins Haus, ruft lauthals nach Bonnie - die glücklicherweise sofort umkehrt -, springt vor das um die Ecke biegende Auto, schnappt sich Bonnie auf den Arm und bringt sie zu Dagmar. Diese hat inzwischen auch das offene Gartentor bemerkt und steht starr vor Schreck auf dem Gartenweg. Erst als sie Bonnie heil und unversehrt im Arm hält, beruhigt sie sich wieder.

Nach dieser Aufregung sind wir alle 4 geschafft und müssen ein Mittagsschläfchen zur Beruhigung der Nerven einlegen. Bonnie und mir hat der “Ausflug” auch nicht sonderlich gefallen. Schätze, in Zukunft werden wir auf derartige Erkundungstouren lieber verzichten.

 

10.03.2006 - Warten auf Bonnie

Mittagsspaziergang bei strömendem Regen. Wie üblich läßt Dagmar Bonnie auf der großen Wiese frei laufen. Allerdings hat Madame heute den Schalk im Nacken: Entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit verschwindet sie in der Brombeerhecke, um Kaninchen zu jagen! Zwischendurch kommt sie mal wieder raus, um sogleich wieder im Gestrüpp zu verschwinden. Dagmars Rufe ignoriert sie geflissentlich...

Anfangs ist Dagmar ja noch amüsiert, aber im Laufe der Zeit steigt leichter Zorn in ihr hoch, der in blanke Verzweiflung umschlägt, als Bonnie weder zu hören, noch zu sehen ist. Schließlich bindet Dagmar mich an einem Baum fest und krabbelt selbst durch die Brombeerbüsche - keine Bonnie! Mit Schrecken muß sie feststellen, daß der Weg hinter den Büschen an einem Haus vorbei auf die verkehrsreiche Straße führt. Bonnie wird doch nicht etwa über die Straße gelaufen sein...

Ich verstehe die Welt nicht mehr. Warum bin ich denn jetzt hier angebunden? Dagmar ist nirgendwo zu sehen - ich bin völlig allein!!! Also heule ich aus Leibeskräften. Es dauert auch nicht lange, bis Spaziergänger kommen und mich mitnehmen wollen. Allerdings kommt Dagmar - mittlerweile völlig entnervt und durchnäßt - angespurtet und erklärt den Leuten den Sachverhalt. Sie versprechen, nach Bonnie Ausschau zu halten.

Dagmar beschließt, mit mir nach Hause zu gehen. Vielleicht ist Bonnie ja nach Hause gelaufen?! Aber auch dort ist sie nicht. Also schnell eine trockene Jacke angezogen, das Handy eingesteckt und mit dem Auto zurück zur Wiese, wieder zu den Brombeerhecken und gesucht und gerufen - ohne Erfolg. Also bleibt nur noch der Versuch, sämtliche Straßen abzufahren. Vorher aber ruft Dagmar zuhause an in der Hoffnung, daß Franz Josef inzwischen heimgekommen ist und vielleicht Bonnie gefunden hat. Tatsächlich: Bonnie ist zuhause!!! Sie hat ganz allein den Heimweg gefunden! Dabei muß sie einen aufmerksamen Hunde-Schutzengel gehabt haben, daß ihr auf der an diesem Freitagnachmittag sehr stark befahrenen Straße nichts zugestoßen ist.

Wir sind alle sehr erleichtert, den kleinen Ausreißer unbeschadet wiederzuhaben. Da sie total verdreckt ist, muß sie “zur Strafe” unter die Dusche. Offensichtlich ist sie aber so froh, wieder daheim zu sein, daß sie anschließend nicht einmal schimpft, sondern sich ganz still und brav auf dem Sofa einrollt.

Die ganze Suchaktion dauerte zweieinhalb Stunden. Nun sind wir von der Aufregung so geschafft, daß wir erstmal ein Erholungsschläfchen brauchen.

 

19.04.2006 - Ein blöder Tag

Dagmar meinte später, an diesem Tag wäre sie besser im Bett geblieben, weil alles schief läuft.

Am Vorabend ruft Nickis Frauchen an und fragt, ob wir mittags mit ihr spazierengehen können. Also beschließt Dagmar, ausnahmsweise uns beide mit ins Büro mitzunehmen, weil sonst bei der Hin- und Herfahrerei die Zeit zu knapp wird, da wir für nachmittags bei Nachbars zum Kaffee eingeladen sind. Soweit - so gut.

Irgendwie schlägt mir die ungewohnte Autofahrt mit Bonnie auf den Magen und ihre Aufregung über die neue Situation steckt mich an, so daß ich entgegen meiner Gewohnheit nach einer Weile nochmal in den Forstamts-Garten muß, um mich zu erleichtern. Bonnie und ich laufen los - tut das gut! Als alle Geschäfte erledigt sind, kehrt Bonnie brav zu Dagmar zurück, während ich noch etwas im Garten rumschnüffeln möchte. Dagmar hat auch nix dagegen einzuwenden, weiß sie doch, daß ich nach meiner gewohnten Runde normalerweise an der Haustür warte. Tja, normalerweise...

Heute aber sticht mich bei dem schönen Wetter der Hafer und ich möchte nochmal meine alte Mittagsgassirunde ablaufen. Also mache ich mich von Dagmar unbemerkt auf den Weg: raus aus dem Garten, rechts auf die Straße Richtung Kreuzung, dort wieder rechts die bekannte Route entlang. Macht das Spaß!

Dagmar hat allerdings weniger Freude an dem Spiel. Sie regt sich furchtbar auf, sucht im Garten nach mir, läuft ebenfalls ein Stück weit die alte Gassirunde, aber mein Vorsprung ist schon zu groß, als daß sie mich noch sehen könnte. Verzagt und wütend gleichzeitig geht sie ins Büro zurück in der Hoffnung, daß ich doch noch im Garten bin.

Ich laufe währenddessen immer weiter geradeaus zum Feld, schlage mich dann links in die Büsche, bis ich zur Hauptverkehrsstraße komme. Dort mogle ich mich durch die rasenden Autos und lande heil auf der anderen Straßenseite. Dort entdecken mich 2 Passanten, fangen mich ein und rufen bei der Telefonnummer auf meinem Namensschild an. Dummerweise ist es die Telefonnummer von zuhause - dort ist aber jetzt niemand! Mittlerweile finde ich den Ausflug auch gar nicht mehr so toll und fange an zu heulen. (Was Dagmar im Büro sogar hört. Aber da sie nicht weiß, wo ich bin, kann sie mir nicht helfen.)

Glücklicherweise kommt zufällig ein Kollege von Dagmar vorbei, erkennt mich und nimmt mich mit. Dagmar fällt ein ganzer Felsbrocken vom Herzen und sie dankt dem Hunde-Schutzengel, daß er so gut auf mich aufgepaßt hat. Ehrlich gesagt bin ich auch froh, mich wieder in mein Büro-Körbchen legen zu können.

 

07.06.2006 - Mittags im Forstamt

Mittag - Feierabend - Schnüffelrunde im Forstamtsgarten. Intensiv beschäftige ich mich mit der Duftspur meines neuen Kollegen Anton, dem Rauhhaardackel. Man will ja schließlich wissen, mit wem man es zu tun hat! Unglücklicherweise führt seine Spur auf die Straße, was ich im Eifer des Gefechtes gar nicht bemerke. Bis mir plötzlich auffällt, daß ich Dagmar nirgendwo sehen kann - wo ist DIE denn abgeblieben?! Oh Schreck, ich habe mich verlaufen!Was nun? Erstmal hinsetzen und in Ruhe nachdenken. Irgendwie kommt mir die Gegend bekannt vor; ist das nicht unsere frühere Mittagsrunden-Gassistrecke? Aber in welche Richtung geht’s wieder zurück?

Nach einiger Zeit entdeckt mich ein vorbeifahrender älterer Herr, nimmt mich auf und ruft bei uns zuhause an (Der Telefonnummer an meiner Hundemarke sei Dank!). Aber da ist niemand, weil Dagmar durch die Straßen fährt und nach mir sucht. Der Herr muß dringend weiter, kann mich aber nicht mitnehmen. Deshalb gibt er mich bei netten Leuten in der Straße ab, die sich ganz toll um mich kümmern. Ich werde gestreichelt, bedauert und verwöhnt. Im ganzen Haus riecht es lecker nach frisch gekochtem Essen; leider kriege ich nix davon ab...

Frau S. ruft bei TASSO an, dort gibt man ihr die Adresse vom Forstamtsbüro. Sie eilt direkt dorthin, ist ja nur um die Ecke. Kollege Andreas erreicht Dagmar über Handy, die sofort zurückfährt, um mich abzuholen. Obwohl es mir bei Familie S. sehr gut gefallen hat, bin ich doch froh, wieder nach Hause zu kommen.

 

24.06.2006 - Aufregung um Bonnie

Diesmal sorgt Bonnie wieder für Aufregung. Sie hat sich angewöhnt, beim Spaziergang die Sträucher nach Kaninchen zu durchstöbern. Dabei verlieren wir sie oft aus den Augen, aber bisher hat sie uns immer wiedergefunden. An diesem Tag aber klappt das nicht so gut - weit und breit keine Bonnie zu sehen oder zu hören. Dagmar kriegt schon leichte Panik, schlägt einen großen Bogen zurück zu der Stelle, wo wir Bonnie zuletzt ins Gebüsch hüpfen sahen. Aber sie ist nicht da!

Mit bangem Herzen gehen wir weiter Richtung Auto. Von weitem sehen wir einen kleinen, hellen Fleck am Auto hin- und herlaufen - BONNIE!!! Die schlaue Maus war zum Auto gelaufen und wartete dort auf uns! Als sie uns sieht, kommt sie wie der Teufel angeflitzt und wird kräftig gelobt.

 

10.12.2006 - Lottas Lieblingsfeindin

Auch Lotta läßt es sich nicht nehmen, uns für einige Stunden in Aufregung zu versetzen. Sie hat ja Angst vor großen Hunden, die sie dadurch äußert, daß sie die “bedrohlichen” Vierbeiner so giftig wie möglich ankläfft. An diesem Vormittag eskaliert die Begegnung und die große Hündin fällt plötzlich derart heftig über Lotta her, daß Dagmar Angst und Bange wird. Lotta gibt in totaler Panik Fersengeld - und taucht nicht wieder auf! Normalerweise schlägt sie in solchen Situationen einen großen Bogen und kommt zu uns zurück. Diesmal aber nicht!!!

Auch nachdem wir den gesamten Gassiweg nochmal abgelaufen haben, ist von Lotta weit und breit nichts zu sehen und zu hören. Bleibt nur die Hoffnung, daß sie - ähnlich wie seinerzeit Bonnie - nach Hause gelaufen ist. Also schnellstens heimgefahren - dort steht Franz Josef schon völlig aufgelöst im Vorgarten: Sie ist tatsächlich zuhause angekommen, läßt sich aber von ihm nicht einfangen. Dagmar setzt sich sofort wieder ins Auto und fährt die Straßen unseres Viertels ab. Unterwegs bringt ein Mädchen auf Rollschuhen sie auf die richtige Spur und sie entdeckt Lotta zwei Straßen von unserem Haus entfernt. Aber sie läßt sich auch von ihr nicht einfangen. Was tun?! In ihrer Verzweiflung öffnet Dagmar den Kofferraum (der inzwischen längst zum Hundetransportraum umfunktioniert wurde), tritt zur Seite und ruft nach Lotta. Und siehe da - schwupps, hüpft sie ins Auto. Zuhause angekommen werden Bonnie und ich von Lotta erstmal angeknurrt; sie kann sich gar nicht beruhigen und ist ziemlich durcheinander. Es dauert eine Weile, bis wir alle wieder zur Ruhe kommen und den Rest des Sonntags friedlich miteinander genießen können.

Nachtrag 2010
Bewußte Hündin begegnet uns noch öfter und entwickelt sich zu unserer “Lieblingsfeindin”. Leider verstehen die Besitzer Lottas Angst nicht, so daß es sogar zu heftigen verbalen Auseinandersetzungen kommt.

 

01.10.2007 - Festgefahren

Damit auch ich mal wieder ein wenig frei laufen kann, fährt Dagmar mit uns zum Marienfeld. Dort kann (bzw. konnte!) ich bisher relativ gefahrlos ohne Leine rumschnüffeln. Tja, wie gesagt - KONNTE.

Was ist passiert? Nun, auf dem Rückweg  zum Auto überkommt mich plötzlich der Gedanke, noch ein  wenig in die andere Richtung weiterzuschnüffeln und ich trabe munter los. Immer stur geradeaus der Nase nach... Zwar höre ich Dagmars Rufen, das mit der Zeit immer lauter und zorniger wird, schere mich aber nicht darum. Nur hier noch schnell eine Nase voller Düfte nehmen, und dort - und da hinten riecht es auch so verlockend!

Schließlich kann Dagmar bei meinem schnellen Trippelschritt nicht mehr mithalten und verliert mich aus den Augen. Mit den beiden Mädels im Schlepptau, vor Zorn kochend, eilt sie zurück zum Auto, um mich damit zu verfolgen. Dummerweise sind die Feldwege durch Schranken versperrt, so daß sie quer über den Acker fahren muß.

Ich habe mich inzwischen einer netten Dame mit ihrer Tochter angeschlossen, die mich mit Leckerchen füttert. Da auch der Hund der beiden recht nett ist, bleibe ich vorerst bei ihnen. Allerdings verkennen die beiden die Situation völlig und melden mein “Verschwinden” bei  Tasso. Aber ich bin doch gar nicht verschwunden - ich bin doch hier!? Versteh’ einer die Menschen.

Nach wenigen Minuten kommt Dagmar angefahren, sieht uns, erkennt mich - und möchte der netten Dame trotz ihres Zorns auf mich am liebsten um  den  Hals fallen. Wortreich bedankt sie sich (was soll eigentlich dieser ganze Wirbel, ist doch nix passiert?), packt mich ins Auto und will nun endlich nach Hause fahren. Tja, klappt aber erstmal nicht, weil sie sich auf dem Acker festfährt und weder vor- noch rückwärts kann. Was ihre miese Laune noch mieser macht. Glücklicherweise kommen einige Jugendliche den Weg entlanggeradelt, die uns mit vereinten Kräften aus der Misere schieben.

Also ICH fand den Spaziergang spitzenmäßig. Dagmar allerdings sieht das völlig anders und hat geschworen, mich nie wieder von der Leine zu lassen. Wie gesagt: Versteh’ einer die Menschen...

 

16.11.2007 - Hasenjagd

Marienfeld - Mittagsspaziergang bei wunderbarer Herbstsonne. Unsere Nachbarn von schräg gegenüber begleiten uns. Man schlendert gemütlich vor sich hin, Lisa sucht Mäuschen, ich muß leider aus bekannten Gründen an der Flexileine bleiben, die beiden Mädels und Luke sind nirgendwo zu sehen.

Plötzlich kommt ein Hase aus dem Gebüsch, der es offensichtlich sehr eilig hat und mit großen Schritten übers Feld läuft. Sekunden später erscheint Lotta, dahinter Bonnie und Luke. Alle drei rennen wie der Teufel hinter dem Hasen her, der genau so groß ist wie jeder von ihnen. Vor lauter Eifer hat Luke sogar sein Humpelbein vergessen und läuft glatt und geschmeidig. Lisa macht auch kurze Ansätze, sich der wilden Jagd anzuschließen, entscheidet sich aber dann doch lieber für’s Mäuschensuchen.

Dagmar und Elisabeth sind total perplex und schauen sich sprachlos dieses filmreife Schauspiel an. Leider hat wieder niemand eine Kamera dabei...

Schließlich sind alle aus unserem Blickfeld verschwunden. Es dauert eine ganze Weile, bis Lotta als erste zurückkommt - ohne Hasen. Dann kommt Luke, nun wieder mitleiderregend humpelnd und viel später Bonnie. Alle drei sind völlig außer Atem.

Elisabeth findet nun auch ihre Sprache wieder und meint lakonisch: “Es ist doch immer wieder ein Abenteuer, mit Euch spazierenzugehen!”

Nun, es gab zwar keinen Hasenbraten, aber Lotta fand später noch eine tote Maus, die sie genüßlich verspeiste.

 

07.12.2008 - Wettlauf mit dem Kaninchen

Sonntagsgassi auf dem Marienfeld. Ein strahlend-schöner, kalter Morgen. Dagmar und Elisabeth unterhalten sich, Lisa steckt wie immer ihre Nase in jedes Mauseloch. Bonnie und Luke traben in einigen Metern Entfernung schnüffelnd den Weg entlang, am Feldrand sehen wir Lottas helles Hinterteil fröhlich leuchten...

Plötzlich leuchten da 2 helle Hinterteile nebeneinander!!! Ein Karnickel läuft neben Lotta her - überholt sie! Lotta, die es bis dahin gar nicht bemerkt hatte, stutzt, überlegt kurz - und dann geht die wilde Jagd los: Lotta quietschend dem Karnickel auf den Fersen, Bonnie und Luke dicht dahinter. Sogar Lisa läßt sich vom Jagdfieber anstecken.

Dagmar und Elisabeth schauen sich mit ziemlich dummen Gesichtern an, sind sprachlos; was ja äußerst selten vorkommt. Um nach einer Weile in schallendes Gelächter auszubrechen.

Nach und nach trudeln die “Kaninchenjäger” wieder ein, zum Glück ohne “Beute” und wir können unseren Spaziergang ohne weitere Zwischenfälle fortsetzen.

 

07.11.2010 - Bonnie untertage

Nach einer stressreichen Woche mit wenig Zeit für lange Gassirunden freuen wir uns auf einen ausgedehnten Sonntagsspaziergang mit unseren Nachbarn von schräg gegenüber. Kurz nach 9.00 Uhr geht’s los aufs Marienfeld. Dort können Bonnie und Lotta nach Lust und Laune gefahrlos frei laufen – normalerweise.

Nach einer Weile sehen wir Bonnie in einiger Entfernung einem Kaninchen hinterherrennen, immer im Zickzack quer über den Weg. Lotta schließt sich begeistert der Jagd an. Plötzlich sind alle im Brombeergraben verschwunden. Lotta taucht nach wenigen Minuten wieder auf – aber wo ist Bonnie? Weder von dem Kaninchen noch von ihr ist weit und breit etwas zu sehen oder zu hören.

Doch was ist das? Da bellt doch Bonnie – unter der Erde!!! Dagmar rutscht vor Entsetzen das Herz in die Hose. Sie ruft und lockt – vergeblich. Man hört Bonnie zwar bellen und buddeln, mal gleich zu unseren Füßen, dann ein paar Meter weiter weg, aber sie kommt nicht.

Elisabeth klettert beherzt ein Stück in den Graben und findet die Einstiegstelle: ein altes Wasserrohr aus Ton. Darin ist es natürlich dunkel, so dass man nichts erkennen kann. Wir hören nur Bonnies Bellen und Kratzen. Offenbar versucht sie, sich einen Ausweg zu buddeln.

Während Elisabeth die anderen Hunde festhält - die natürlich neugierig sind und ihre Nasen auch in das Rohr reinstecken wollen -, versucht Dagmar, die Einstiegstelle halbwegs von den Brombeersträuchern freizumachen. Dabei verliert sie auf dem feuchten, abschüssigen Boden den Halt und fällt rücklings in die Brombeersträucher. Den Schmerz der Dornenstiche spürt sie aber vor lauter Aufregung gar nicht.

Aber es hilft alles nichts. Offenbar steckt Bonnie irgendwo da unten fest. Was jetzt? – Feuerwehr anrufen! Dabei ergibt sich aber das nächste Problem: Wie soll man auf dem weitläufigen Feldgelände seinen Standort beschreiben? Die Herren der Feuerwehr finden uns aber trotzdem recht schnell. Ein junger Mann leuchtet mit der Lampe in das Rohr – und sieht Bonnies Hinterteil! Also weiter rufen und locken. Das Rohr ist so eng, dass sie sich quasi nur auf den Ellbogen vor- und rückwärts bewegen kann. Sie robbt auch tatsächlich rückwärts zum Ausgang. Aber ein überstehender Erdhaufen versperrt ihr den Weg nach draußen. Als der Feuerwehrmann versucht, sie am hinteren Ende zu fassen, robbt sie wieder nach vorne. Also wird erstmal der Erdhügel weggeschaufelt, um Platz zu schaffen. Nach weiterem Rufen kommt sie dann wieder zum Ausgang gerobbt, der Feuerwehrmann packt zu und zieht sie aus dem Rohr. ENDLICH geschafft! Schmutzig und mit weit aufgerissenen Augen, aber unversehrt. Tausend Dank an die netten Feuerwehrleute!

Inzwischen ist uns allen die Lust auf Spaziergang gründlich vergangen. Obwohl wir nur die Hälfte des Weges geschafft haben, sind wir erst gegen 11.30 Uhr wieder zuhause. Dort muß Bonnie erstmal unter die Dusche, dann in eine Decke eingepackt aufs Sofa, wo sie auch gleich einschläft. Wobei Lotta ihr Gesellschaft leistet. Und Dagmar macht sich ihr wohlverdientes Frühstück.

 

Kontakt

© seit 2002
Dagmar Gronewald
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Tag des Versuchstieres am 24.04.

Weltkatzentag am 08.08.

Welttierschutztag am 04.10.

Welthundetag am 10.10.

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