06.10.2002

Nun bin ich schon eine Woche in meinem neuen Gefängnis - äh, Zuhause. Inzwischen habe ich mich entschieden: Ich bleibe! Hungern und Dürsten hat mir doch nicht so gut gefallen, vor allem, weil es aus dem Garten partout kein Entrinnen gibt. Außerdem haben mir so viele Leute Glückwünsche und Willkommensgrüße geschickt - sogar ein Geschenkpaket ist angekommen. All diese netten Menschen kann ich doch nicht enttäuschen. Und meine beiden “Alten” geben sich wirklich die größte Mühe, mir das Leben angenehm und bequem zu machen. Allerdings mußte ich schon zweimal duschen - warum eigentlich? Ich finde meine Duftnote äußerst apart. Außerdem haben sie mir meinen Lieblings-Versteck-und-Schmoll-Platz hinter dem Sofa zugebaut. Aber ich bin ja nicht nachtragend - suche ich mir eben einen neuen. Besser als im Labor ist es hier allemal.

10.10.2002

Mannomann, war das eine anstrengende Woche!!! Der Stress fing schon am Montag an, da mußte ich - trotz Urlaub - übungshalber ins Büro. Da war vielleicht was los! Im Nu war ich von allen Menschen- und Hundekollegen umringt. Nee, nee, das gefällt mir ganz und gar nicht. Ich werde umgehend meine Kündigung einreichen. Obwohl - eigentlich kann ich Laurin, den Dackel vom Chef, nicht im Stich lassen. Der freut sich nämlich schon, wenn er endlich Verstärkung gegen die Überzahl von 3 Hundedamen bekommt. Vielleicht sollte ich mir das mit der Kündigung nochmal überlegen.

Am Mittwoch ging’s auf nach Wesel, um zwei Ex-Labor-Leidensgenossen zu besuchen: Oscar (Labrador-Harrier-Mix) und Max (Beagle). Die sind ja soooo riesig! Da soll man keine Angst kriegen. Ich wußte mir nicht anders zu helfen, als ganz furchtbar furchterregend zu knurren. Zu allem Überfluß wurde auch noch ein langer Spaziergang gemacht. Davon war ich am nächsten Tag noch so erledigt, daß ich morgens nicht mal Appetit auf Frühstück hatte.

(Anmerkung der Redaktion: Oscar hat uns sehr leid getan. Er wollte so gern Balus Freund sein, doch der hat ihn immer wieder knurrend abblitzen lassen.)

 

Tja, was gibt es sonst noch zu berichten? Achja, Autofahren habe ich inzwischen gelernt. Allerdings muß ich immer auf den Rücksitz. Keine Ahnung, warum Dagmar und Franz Josef mich nicht ans Steuer lassen. DAS wäre doch mal wirklich eine tolle Sache. Überhaupt läuft mit der Erziehung der beiden einiges schief. Ich befürchte, die lassen sich von meinem Ich-bin-der-ärmste-Hund-der-Welt-Blick nicht mehr beeindrucken. Jagen die mich doch tatsächlich hartnäckig vom Sofa runter. Irgendjemand muß ihnen auch völlig falsche Informationen geliefert haben. Von wegen verfressener Beagle. Ich lasse mich doch nicht mit Leckerlies bestechen! Wenn ich was mache, dann aus Überzeugung. Habe schließlich auch meinen Stolz.

11.10.2002

Ich habe mich verraten! Dagmar hat nach mir gerufen und ich habe sie angesehen und bin zu ihr gelaufen. Jetzt weiß sie, daß ich meinen Namen kenne, Mist... Meinen Supertrick haben die beiden auch durchschaut: Wenn sie mit mir raus wollen, tu ich so, als wäre ich taub oder ganz furchtbar ängstlich. Irgendwann verlieren sie die Geduld und TRAGEN mich nach draußen. Das ist eine tolle Sache. Aber ich befürchte, es ist aus mit der Bequemlichkeit. Heute früh hat Franz Josef mich doch tatsächlich an der Leine rausgezerrt! Eine UNVERSCHÄMTHEIT!!! Ich werde mich beschweren - wenn ich nur wüßte wo?

18.10.2002

Heute habe ich ein ganz tolles Abenteuer erlebt. Franz Josef ist mit mir spazieren gegangen. Nach einiger Zeit kamen wir an einer riesigen Straße vorbei - eine Autobahn. Meine Schlappohren flatterten vom Fahrtwind der LKWs. Auweia, hatte ich vielleicht Muffensausen! Aber Franz Josef blieb ganz cool und meinte, so ein 40-Tonner wäre gar nichts gegen seinen mit 120 Kilo Lebendgewicht vorbeirauschenden Chef. Ich weiß zwar nicht, was ein Chef ist, aber wenn das noch was Schlimmeres ist als ein LKW, brauche ich gar keine Angst mehr auf der Straße zu haben.

 

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