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Epilepsie?

- Ein (fast) unlösbares Problem -

Leider habe ich aus dem Versuchslabor eine sehr unangenehme Angewohnheit mitgebracht: ich zerbeiße meinen Schwanz! Das arme Ding sieht aufgrund mehrerer tiefer, zentimeterbreiter Bißwunden total zerfleddert aus. Im Labor wurde ich zwar behandelt, aber es gab keine Besserung und man war ratlos.

Seit September 2002 versuchen meine Leute mit den unterschiedlichsten Methoden, mich von der Schwanzbeißerei abzuhalten - nichts wirkt. Trotz Halskrause verbiege ich mich derart, dass ich doch an den Schwanz komme. Verbände halten nur so lange, bis ich geschickt die verschiedensten Techniken entwickelt habe, das lästige Ding wieder abzureissen. Salben schlecke ich mit Begeisterung ab, übelriechende Sprays beeindrucken mich nur kurzfristig. Der Tierarzt weiß auch keinen Rat. Er meint, schlimmstenfalls müsse der Schwanz amputiert werden.

Eine Medikation (u.a. mit Cortison) bringt vorübergehend Erfolg: Schlagartig hören die Beißattacken auf, ich bin ruhig und ausgeglichen. Die Wunden heilen langsam ab, nach etwa einem Dreivierteljahr bildet sich sogar der erste neue Flaum. Wir sind optimistisch, die Lösung des Problems gefunden zu haben. Leider verkürzen sich im Laufe der Monate Wirkungsdauer und -intensität. Der Tierarzt rät von einer weiteren Behandlung ab: “Der Hund wird sonst keine 10 Jahre alt.” Also doch Schwanz ab!? Nein, nur im alleräußersten Notfall läßt Dagmar das zu!!!

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Aber was tun? Dagmars Frage, ob es evt. Epilepsie sein könnte, wird kalt lächelnd abgewiesen. Schließlich zeige ich keine “typischen” Symptome.

Eine Therapie bei einer verhaltenstherapeutisch arbeitenden Hundetrainerin mit Bachblüten, Reiki, TTouch u.ä. ist kostspielig, bringt aber keinen Erfolg. Ein Maulkorb hindert mich zwar am Beißen, versetzt mich aber noch mehr in pure Verzweiflung. Erst ein Tierarztwechsel bringt uns weiter. Sie vermutet sofort eine “epilepsie-ähnliche Störung (!)” im Gehirn. Wir wagen eine Behandlung mit Clomicalm, Luminal und einer geringen Dosis Cortison - und es hilft tatsächlich! Nach etwa einem halben Jahr sind die Anfälle fast ganz verschwunden und die Wunden am Schwanz können endlich abheilen.

Nachtrag:
Inzwischen zählt das Schwanzbeißen zu den typischen Symptomen der Epilepsie beim Hund!

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